Jazz, Blues, Rock, Pop und Electro – Die 10 besten Kartoffel-Songs

Notenblatt und Kartoffeln Kartoffelsongs
05. September 2019

Heiße Kartoffeln, Kartoffelchips, Kartoffelbrei, schnatternde Knollen auf der Couch und ein vertonter Gencode: Wir haben auf Spotify nach Kartoffel-Songs gesucht. Und WOW, das hätten wir nicht gedacht: die Anzahl Kartoffel-Lieder hat uns komplett erschlagen und überwältigt. Bei 250 haben wir aufgehört zu zählen! Bekanntlich geben wir für unsere Lieblingsknolle alles, daher haben wir uns kreuz und quer durch Jazz, Blues, Rap, Rock, Pop, Schlager, Indie und Elektro gehört und für euch die eingängigsten und spektakulärsten Lieder mit Kartoffel herausgesucht und sie in einer Playlist „Best of Kartoffel-Songs" auf Spotify gesammelt! Viel Spaß beim Hören!

All that meat and no potatoes – Louis Armstrong

WHAT – so viel Fleisch auf dem Teller und keine Kartoffeln!? Das ist einfach nicht okay, so verkehrt wie grüne Tomaten, findet Louis Armstrong und schreibt 1955 einen sehr tanzbaren Song darüber. Allerdings geht es dem weltberühmten Jazztrompeter und Sänger in „All that meat and no potatoes" weniger um leckere gekochte Knolle, sondern mehr um fehlende Kurven an seiner sonst sehr attraktiven Frau. Na dann!

Potato Chips – Slim Gaillard

Der US-Amerikanische Jazz-Sänger und Multiinstrumentalist hat 1956 wohl das groovigste Lied über hauchdünne, knusprig frittierte Kartoffelscheiben geschrieben. „Kartoffelchips! Oh, wie mir das Wasser im Mund zusammen läuft, so knusprig, knusprig, knusprig“, singt er. „Ich brauch’ kein Mittagessen, ich will nur Kartoffelchips!“ ruft er genüsslich, bevor er alle Orte aufzählt, wo er sie essen möchte: Beim Picknick, auf dem Sportplatz und sogar in der Bar. Kartoffelchips überall! Übrigens: Das ohnehin schon sehr spaßige Potato Chips-Lied gibt’s seit 2018 in einer noch unterhaltsameren und super tanzbaren Elektroswing-Version mit viel Beat von The Musical Ghost. Wenn ihr uns sucht, wir sind die, die im Club mit einer Tüte Chips auf der Tanzfläche stehen!

Mashed Potato-Songs – James Brown

Offenbar hatte Kartoffelbrei einen ganz besonderen Platz im Herzen von James Brown, dem Godfather of Soul. Dabei ist die Liebe zur Kartoffel seinen Wurzeln in Georgia, im Süden der USA, geschuldet, wo Kartoffelbrei ein typisches Wohlfühlessen ist, sondern mehr, dass in den 1960er Jahren einen riesigen Hype um einen Tanz namens Mashed Potato gab. Jedenfalls schrieb James Brown mehrere Mashed Potato-Lieder voller Soul wie „(Do the) Mashed Potato", „Mashed Potatoes USA" oder „Mashed Potato Popcorn (Part 1)" und „Mashed Potato Popcorn Part 2". Wir ahnten es schon immer: In Kartoffelbrei steckt viel Leidenschaft!

Hot Potato – The Wiggles

Die australische Musikgruppe The Wiggles (deutsch: Die Wackler) macht seit bald dreissig Jahren Musik für Kinder. Eines ihrer bekanntesten Lieder, „Hot Potato", ist ebenso alt und stand angeblich bei allen Konzerten der Wiggles auf der Setlist. Sehr eingängig und rockig besingen sie die heiße Kartoffel, kalte Spaghetti und gestampfte Bananen. Selber schuld, wer da nicht mit zappelt! Ursprünglich als „Hot Tamale“ verfasst, benannten sie das Lied vor seiner Veröffentlichung im Jahr 1994 in „Hot Potato“ um und haben es seit dem in diversen Ausführungen gespielt. Gute-Laune-Musik, komplett sinnfrei, fast 90 Sekunden Fuß- und Kopf-Wipp-Garantie – selbst für grimmige Erwachsene! We love!

Das Kartoffellied (Wo kriegt man bloß Kartoffelen) – Bläck Fööss

„Wo kriegt man bloß Kartoffeln?“ ist ein Lied der Kölner Band Bläck Föös (deutsch: die nackten Füße), das 2005 auf dem „Usjebomb“-Album der Mundartmusiker erschienen ist. Auf dem Album wurden Lieder aus der Nachkriegszeit zum Wiederaufbau der Stadt Köln vertont. Im Lied wandert das lyrische Ich, begleitet von sanften Klavierklängen, auf der Suche nach Kartoffeln durch Köln und läuft sich „die Absätze dabei schief und krumm“. Auf dem Markt gibt’s „nur Jrünzeug“ oder einen viel zu schweren Kürbis. „Ach, wenn dat doch bloß ne Quallmann wär’“, singt er. Selbst auf dem Land sieht es mau aus. Ein Bauer hat zwar Kartoffeln, sie sind ihm aber so hold, dass er sie für kein Geld der Welt oder gar Juwelen verkaufen möchte. Wir lernen: In Köln heißen Kartoffeln „Quallmann“ und in der Nachkriegszeit waren Kartoffeln äußerst wertvoll.

Kartoffelpiranha – San Miguel

Man kann nur ahnen was sich San Miguel, ein Musiker mit kubanischen Wurzeln, dachte als er „Kartoffelpiranha" aus verschiedenen Samples und Beats zusammen schusterte. Der Track ist so wie Berlin: eingängig, bunt, lebensfroh und entspannt. Kartoffelpiranha wurde 2013 veröffentlicht und erscheint auf zwei nach der deutschen Hauptstadt benannten Kompilationen, weswegen es nahe liegt, dass sich der in Los Angeles lebende und in Spanien besonders beliebte Sänger, Gitarrist und Perkussionist zumindest von der deutschen Stadt, die niemals schläft, inspirieren lassen hat.

Couch Potato – Jakubi

Lieder mit dem Titel „Couch Potato“ gibt es unendlich viele, insbesondere mit elektronischen Beats und bewährtem Rock. Die fünfköpfige australische R&B Band aus Melbourne, die bereits die Charts in den USA erobert hat, schrieb 2015 das wahrscheinlich romantischte Lied über Sofakartoffeln. „Wir grüßen Frau Couch Potato aus San Diego, die in ihrer eigenen Welt lebt“ singen sie. So wirklich gut geht’s ihr nicht, denn der Betrag auf ihrer Gehaltsabrechnung ist so niedrig und mies wie ihre Laune. Doch dann trifft sie Herrn Couch Potato. Gemeinsam leben sie in den Tag hinein. „Soll der Rest der Welt versuchen uns aufzuhalten, sie werden es nicht schaffen“ ist ab dann ihr gemeinsames Motto. Klingt gar nicht faul und träge, sondern gemütlich und nach #couplegoals. Ein Hoch auf Couch Potatoes!

Gibbering Potatoes – Ephemeral Rift

„Hä, was’n das?“ war unsere Reaktion auf „Gibbering Potatoes“. Eigentlich kein Song, aber trotzdem was fürs Ohr: Der ASMR-Pionier und YouTuber Ephemeral Rift ist für sein Flüstern, Reiben und Hauchen weltbekannt. Er bringt seine Follower durch repetitives Kratzen, Knistern und Reiben zum Entspannen. ASMR steht übrigens für Autonomous Sensory Meridian Response, ein noch wenig wissenschaftlich erforschtes Phänomen. Studien hin oder her: Wir waren erst skeptisch, müssen aber zugeben, dass sich auch bei uns die schnatternden Kartoffeln (so die wortwörtliche Übersetzung dieses 2,5 Minuten langen Tracks von 2015) durch den Ohrkanal angenehm ins Hirn gebohrt und dort ein seltsames, aber auch angenehmes Gefühl an der Schädeldecke und Kribbeln auf der Haut entfacht hat. Der Track ist übrigens Teil eines einstündigen ASMR-Videos von Ephemeral Rift, das auf zwei binauralen Kartoffelmikrofonen aufgenommen wurde. Lasst euch darauf ein, die Knollen haben viel zu erzählen! Sollte nichts passieren, dann macht euch keine Sorgen. Man vermutet, dass nicht alle Gehirne gleich empfänglich für ASMR-Geräusche sind bzw. jeder Mensch durch unterschiedliche Geräusche getriggert wird! Da hilft wohl nur ausprobieren!

Potato – Djamila

„Ich wünschte, ich wäre das alles, aber ich bin nur eine Kartoffel“, lamentiert die niederländische YouTuberin Meisje Djamila in „Potato“ auf ihrem Debütalbum „Girl“ von 2017. Djamila schaut in den Spiegel und findet sich – in ausgelatschten Converse, ausgefransten Jeans und weißem T-Shirt – ziemlich langweilig. Insbesondere, wenn sie sich mit anderen Mädchen vergleicht, die immer, auch direkt nach dem Aufwachen, fantastisch aussehen. Selbst wenn sie sich am Abend vorher nicht einmal abgeschminkt haben! Sie sind immer lässig und wirken entspannt, könnten selbst aus Müll den nächsten Fashion-Trend machen. Nur Djamila nicht, denn die ist „nur“ eine Kartoffel. Wir sagen: Chin up, honey! Be a proud potato! Denn Kartoffeln sind toll, unprätentiös und wunderbar. Wer so viel Ausstrahlung wie unsere Lieblingsknolle hat, der sieht immer fantastisch aus!

Der vertonte Gencode der Arabidopsis – Kathrin Hunze und Alberto de Campo

Lust auf 195 Tage am Stück Musik nonstop? Dann empfehlen wir den Stream der vertonten Kartoffel-Gen-Datenbank. Den Track gibt's zwar nicht auf Spotify, er wurde aber im Frühjahr 2019 im Rahmen der Installation ErbUndGut im Museum für Naturkunde Berlin präsentiert. Die Klangkünstlerin Kathrin Hunze vertonte darin gemeinsam mit Professor Alberto de Campo die genetischen Informationen von Princess, Gala, Lilly und Red Lady – aber auch jener Kartoffelsorten, die nie in den Handel gelangen werden – basierend auf einer Tabelle des Bundessortenamts. Kartoffeln sind genetisch komplex und so verbringt man ein halbes Jahr damit, wenn man das vertonte Erbgut der Knollen von Anfang bis Ende belauscht. Zum Vergleich: Eine mit derselben Methode vertonten Bibel ergäbe einen circa sechs Wochen langen Track.

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