Wir sprechen Kartoffel! Die schönsten Redensarten

Kartoffeln und Lorbeerblätter auf Schiefertafel

Kartoffeln sind überall: Auf dem Feld, im Kochtopf und manchmal sogar in unserer Sprache! Zahlreiche Beispiele für Redensarten, Redewendungen und Sprichwörter belegen, dass die Superknolle allgegenwärtig ist. Wir haben ein paar Beispiele zusammengetragen und laden euch zu einem kleinen Kartoffel-Sprachkurs ein!

Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln!

Diese bekannte Wendung kommt zum Tragen, wenn jemand, der es eigentlich nicht verdient hat, erfolgreich ist. Uns juckt die Formulierung herzlich wenig: Wir mögen ja bekanntlich kleine UND große Kartoffeln. Wer aber partout an dem Bild festhalten will, sollte es auch mal die Wikipedia-Alternative ausprobieren: „Die kubischen Dimensionen der Solanum Tuberosum stehen in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihres rustikalen Kultivators."  

Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!

Erst hü, dann hott – wer kennt das nicht, wenn Anweisungen von einem Moment auf den anderen über den Haufen geworfen werden? Die bildkräftige Formulierung geht auf eine Karikatur aus dem Jahr 1885 zurück, auf der Soldaten in einem Kartoffelacker zu sehen sind. Erst lautete der Befehl sich unverzüglich zwischen den Kartoffelpflanzen zu verstecken, dann wurde der Rückzug angeordnet. Wir sagen: Füße weg von unseren Kartoffeln!

Für jemanden die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen 

Praktisch, wenn einem jemand eine unangenehme Aufgabe abnimmt, also „die Kartoffeln aus dem Feuer holt“.Die Redewendung geht auf eine Fabel des französischen Dichters La Fontaine zurück. In den Hauptrollen: ein Affe, eine Katze und ... leider noch keine Kartoffel, sondern geröstete Kastanien. Erst im Laufe der Zeit schummelte sich unsere werte Knolle in die Redewendung. Gut so!

Lorbeer macht nicht satt, besser wer Kartoffeln hat.

Im antiken Rom war ein Kranz aus Lorbeeren die Auszeichnung für Sieger. Genau darauf bezieht sich auch dieses Sprichwort: Ruhm und Ehre sind gut und schön, nützen aber herzlich wenig, wenn man davon keinen Lebensunterhalt bestreiten kann. 

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Du Couch-Potato!

Mitte der 1970er Jahre als Sinnbild für einen Verein für Faule erfunden, hat sich die Sofa-Kartoffel – aller Trägheit zum Trotz – ihren festen Platz in unserem Sprachgebrauch erkämpft. Seit über 30 Jahren ist sie nun im Oxford English Dictionary vertreten. Warum etwas so vielfältiges wie die Kartoffel ein derart schlechtes Image hat, ist uns allerdings ein Rätsel! 

Drop somebody or something like a hot potato (Großbritannien)

Wenn man sich rasch einer unliebsamen Sache oder Person entledigt, dann lässt man es oder ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Diese Redewendung ist auch bei uns in aller Munde, stammt aber ursprünglich aus dem englischen Sprachraum. Und ihre Botschaft ist unmissverständlich, denn wer verbrennt sich schon gerne die Finger? Kartoffel hin oder her.

It's easy to halve the potato where there is love (Irland)

„Wenn man verliebt ist, teilt man gerne“ verrät uns dieses irische Sprichwort. Das als Liebesbeweis ausgerechnet die Kartoffel herhält, ist kein Zufall: Die Kartoffel hat historisch gesehen ein große Bedeutung für die Insel und war im 19. Jahrhundert das Lebensmittel No. 1.

No entender ni patata (Spanien)

Wenn man hierzulande etwas nicht kapiert, dann „versteht man nur Bahnhof“. In Spanien versteht man hingegen „nur Kartoffel“! Das loben wir uns: So macht Nichtverstehen Spaß!

Vai plantar batatas! (Portugal)

Geh' hin, wo der Pfeffer wächst! Aber nicht in Portugal. In Portugal wird Menschen, die verschwinden sollen, geraten, Kartoffeln zu pflanzen. Gute Idee, finden wir! Und nützlich dazu.

En avoir gros sur la patate (Frankreich)

Die Franzosen und wir verstehen uns: Wenn sie sagen, dass sie „etwas großes auf der Kartoffel haben“, dann bedeutet das soviel wie „großen Kummer haben“. Die Kartoffel steht damit stellvertretend für das Herz. Ein schönes Bild, das wir gerne auch in unserem Herzen behalten!

Avoir la patate (Frankreich)

Wenn der Franzose davon spricht, dass er „eine Kartoffel hat“, dann meint er damit, dass er fit, energiegeladen und in Form ist. Unserer Meinung nach ist dies das wesentlich überzeugendere Bild als die negative faule Couch-Potato, die hierzulande so gerne zitiert wird! 

WIR HABEN KARTOFFEL!

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