Das Kartoffelkraftwerk – Energiequelle der Zukunft?

Kartoffelkraftwerk
13. Oktober 2016

Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie ist eines der Brennpunktthemen unserer Zeit. Auch für eines der größten Lebensmittelunternehmen Großbritanniens: die 2 Sisters Food Group hat sich auf die Fahnen geschrieben, in Sachen Nachhaltigkeit mit bestem Beispiel voranzugehen. Wie sie das schaffen will? Mit Kartoffeln!

Vor knapp einem Jahr wurde im englischen Carlisle das erste abfallbetriebene Kraftwerk eingeweiht, das jemals für die Lebensmittelherstellung eingesetzt wurde. Ziel von 2 Sisters ist es, mittelfristig bis zu 35.000 Tonnen Kohle pro Jahr einzusparen. Hierfür werden in der vierstöckigen Kartoffelraffinerie die Abfälle, die in den Produktionsstätten für Kartoffelpüree und Potato Pies anfallen, in Biogas und somit in Energie umgewandelt. Arbeitet das Kraftwerk auf maximaler Kapazität, ist es in der Lage, 3.500 Megawattstunden zu generieren. Das reicht aus, um 850 durchschnittliche Haushalte ein Jahr lang komplett mit Strom zu versorgen. Es lebe die Knollenkraft!

Doch für die Kartoffel ist nach so einer Prozedur noch lange nicht Feierabend: Nachdem sie die Prozesse in der Raffinerie durchlaufen haben, sind die Reste sogar noch als Dünger für die firmeneigenen Farmen einsetzbar. Das Unternehmen plant, solche Anlagen an zehn weiteren Standorten zu errichten. Bewähren sie sich über längere Zeit, könnte das Prinzip sogar für die Versorgung aller insgesamt 43 Fabriken angewandt werden, um so die Umwelt nachhaltig zu schonen.

Ist es nicht faszinierend, wofür die Kartoffel alles verwendet werden kann? Nicht nur, dass daraus leckere Mahlzeiten entstehen, sie hilft uns zusätzlich noch beim Kampf gegen den Klimawandel. Finden wir gut!


Edit: Auch in Deutschland gibt es bereits ein Kartoffelkraftwerk, wie wir durch einen aufmerksamen Leser erfuhren – und zwar im niedersächsischen Grabau. Hier nutzt die Sola Bonum GmbH die aus den Schälabfällen gewonnene Energie für die Produktion.

Weitersagen!