La Bonnotte – die teuerste Kartoffel der Welt

la bonnotte

Um uns regelmäßig mit Kartoffeln einzudecken, müssen wir Gott sei Dank nicht sehr tief in die Tasche greifen. Bei der Sorte mit dem klingenden Namen La Bonnotte sieht das anders aus: Die ist so besonders, dass für ein Kilo auf Auktionen bis zu 500 Euro gezahlt wird. Das liegt daran, dass sie eine echte Rarität ist – die echte Bonnotte wird nämlich nur auf der kleinen französischen Insel Noirmoutier angebaut, und die ist gar nicht so einfach zu erreichen.

Passage Gois

Exklusive Luxusknolle

Um auf die rund 50 Quadratkilometer große Insel zu kommen, gibt es nämlich nur zwei Optionen: Eine Brücke an der unteren Spitze und eine Passage, die nur bei Ebbe befahrbar ist, also ca. 2 mal 3 Stunden pro Tag. Den Rest der Zeit steht sie unter Wasser. Das sagt schon einiges darüber aus, wie sehr Noirmoutier vom Meer abhängig ist, und da liegt auch der Schlüssel zu der Kartoffelkostbarkeit. Die Erde, in der die Bonnotte angebaut wird, bekommt als Dünger nämlich Algen aus dem Atlantik. Die lockern die Erde auf und verleihen der Sorte ihren besonderen Geschmack: süßlich bis nussig und auch ein kleines bisschen nach Meer.

Champ bonnottes

Bonnottes 2

Zur Exklusivität der kleinen Sorte trägt auch bei, dass es sie traditionell nur 14 Tage lang zu kaufen gibt, und zwar im Mai. Insgesamt werden auf der Insel jedes Jahr durchschnittlich 100 Tonnen geerntet (zum Vergleich: Deutschland produziert jährlich zwischen 10 und 11 Millionen Tonnen). Und das Ganze in Handarbeit, denn die zarten Knollen hängen so fest am Kartoffelkraut, dass sie regelrecht „gepflückt“ werden müssen. Auch danach sind sie ziemlich empfindlich. Aus diesem Grund gibt es sie auch erst seit rund zwanzig Jahren wieder, die Kosten für die Produktion waren den Landwirten schlichtweg zu hoch. Heute wird die Bonnotte vom örtlichen Bauernverband vertrieben; auf der Insel kostet ein Kilo etwa vier Euro – immerhin schon doppelt so viel wie bei anderen Sorten. Aber auch französische Spitzenköche vom Festland reißen sich um die kulinarische Seltenheit und freuen sich jedes Jahr wie blöd darauf. So kann es schon mal vorkommen, dass Gourmets bis zu 500 Euro für ein Kilo der Delikatesse hinblättern.

Übrigens: Kenner verspeisen die Bonnotte als Dessert, fein gehobelt, mit einer schaumigen Vanillecreme oder Schokolade und Erdbeeren. Natürlich würden wir diese Exklusivität auch gerne mal probieren – aber für den Alltag sind wir mit unseren leckeren deutschen Normalokartoffeln völlig zufrieden, oder nicht :)?

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