Anbauanleitung für den eigenen Schulgarten

Eine Kartoffelpflanze im Schulgarten
21. Dezember 2011

Ihr wolltet schon immer Kartoffeln im Schulgarten anbauen? Wir zeigen worauf ihr achten müsst und wo es weitere Informationen und Fördermöglichkeiten gibt.

Kartoffeln im Schulgarten – kleine Anbauanleitung

Kartoffel dürfen nur alle vier Jahre an der gleichen Stelle angebaut werden. Sie sollten nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Tomaten stehen. Weil beide aus der gleichen Pflanzenfamilie kommen (Nachtschattengewächse), sind sie auch für die gleichen pilzlichen Schaderreger interessant. Aus diesem Grund muss auch der Komposthaufen Abstand halten. Spätfrostgefährdete Ecken sind ebenso wenig gut für die Knollen wie „Nebelecken“. Die tolle Knolle schätzt einen lockeren, gut durchlässigen Boden. Hält man diese Regeln ein, wachsen Kartoffeln gesund heran.  

Vorgekeimte Knollen wachsen schneller:

Dazu die Kartoffeln ein bis zwei Tage an einen warmen Ort mit Temperaturen um 18 bis 20 °C bringen. Danach müssen die Knollen bei etwa 10 °C so lange bei Licht und 10 °C gelagert werden, bis sich ca. 1 bis 2 cm starke, rötlich gefärbte und gedrungene Lichtkeime gebildet haben.

Kartoffeln können gepflanzt werden, wenn die Bodentemperatur mindestens 8 °C Celsius beträgt. In den meisten Regionen ist das Ende April, Anfang Mai der Fall. Droht Spätfrost, schützt ein Vlies über den Reihen die jungen Pflanzen. Die vorgekeimten Knollen müssen so gelegt werden, dass der Hauptkeim nach oben zeigt. Je enger die Knollen gelegt werden, desto kleiner bleiben sie, je weiter die Abstände sind, desto größer können sie werden. 

Nach dem Legen die etwa 10 cm tiefen Pflanzlöcher oder -furchen eben zuziehen und bis Ende Juni mehrfach anhäufeln. Das Anhäufeln ist auch ein guter Schutz der jungenTriebe vor Spätfrösten. Nach starken Regenfällen sollten die Dämme kontrolliert werden: Gucken Knollen aus dem Damm, müssen sie unbedingt wieder mit Boden bedeckt werden, sonst werden sie grün. Zudem erhöht es den Ertrag.

Kartoffeln gießen? Nicht nötig, aber es erhöht den Ertrag und hilft ungleichmäßiges Wachstum zu verhindern. Wichtig ist es, den Boden gleichmäßig feucht zu halten. Wichtig ist aber auch eine regelmäßige Kontrolle auf solche Schädlinge wie den Kartoffelkäfer. Auf kleinen Flächen kann er abgesammelt werden.

Ab Juli sind die ersten frühen Knollen erntereif. Sie müssen aber gleich verzehrt werden, denn dann sind sie besonders lecker. Das Kraut muss teilweise abgestorben sein. Wer vor der Ernte das Kraut ganz entfernt und die Knollen dann noch einige Tage im Boden liegen lässt, der wird schöne festschalige Kartoffeln ernten können. Kartoffeln bilden im Damm Nester um die Pflanze. Beim Ernten mit der Grabegabel oder der Kartoffelhacke dürfen die Kartoffeln nicht beschädigt werden. Auch für die Ernte gilt: mindestens 8 °C muss der Boden noch warm sein. Und bitte die Knollen nicht in den Korb werden, das mögen sie nicht.

Kartoffeln müssen immer dunkel und kühl gelagert werden, dann bleibt die Freude an der Ernte lange erhalten.

weitere Materialien zum Thema findet Ihr in der Publikation lebens.mittel.punkt, dem Lehrermagazin für Landwirtschaft und Ernährung und in unseren Blogposts Kartoffeln in der Schule (u. a. mit kartoffeligen Exkursionszielen, Unterrichtsthemen) und dem Artikel anläßlich des zehnten Jubiläums von Kids an die Knolle, einer Initiative des DKHV.

Weitersagen!