Ob stückig oder cremig – so gelingt selbst gemachtes Kartoffelpüree!

Rohe ungeschälte Kartoffeln liegen neben einer Kartoffelpresse.
26. April 2021

Berge von kartoffeligem Püree türmen sich auf dem Teller. In kleinen Mulden schwimmen Seen aus Bratensauce, die sich neue Wege durch den cremige Stampf bahnen – DAS ist eine Erinnerung an meine Kindheit: Kartoffelbrei mit Sauce. Lecker! Des Deutschen liebstes Pü schmeckt eigentlich jedem, passt fast immer und ist noch dazu wunderbar leicht zuzubereiten. Überzeugt euch selbst. Viel Spaß beim Stampfen!

1. Kartoffelbrei: unser einfaches Grundrezept!

Jetzt mal Butter bei die Fische – oder besser „bei die Kartoffelpüree“. Denn von ihr gehört auf jeden Fall ein Stück ins Püree. Man munkelt, dass das Verhältnis bei Sterneköchen schon mal bei 1:1 Kartoffeln zu Butter liegen könnte. Keine Sorge, es schmeckt bereits mit etwas weniger und sogar mit gar keiner Butter in einer veganen Variante. Das ist das Großartige an Kartoffelstampf, es ist für jeden was dabei.

Das einfache Grundrezept für 4 Portionen mit Butter:

800 g mehligkochende Kartoffeln

1 TL Salz

200 g Milch (3,5 % Fett)

50 g Butter

1 Prise Muskatnuss, gerieben

Wer es besonders cremig mag, gibt noch 50 g Sahne (30 % Fett) dazu. Diese Grundzutaten können in ihrer Zusammensetzung und Menge je nach Rezept variieren. Mal ist es ein ganzes Kilo Kartoffeln, mehr Milch mit weniger Fettgehalt, weniger Butter und gar keine Sahne und mal ist weniger Milch, viel Sahne und noch viel mehr Butter im Kartoffelstampf und und oder oder … Ihr seht, das Rezept lässt sich je nach Geschmack abwandeln.

2. Cremig versus stückig: Welche Kartoffeln nehme ich für Kartoffelpüree?

Ihr habt es in der Zutatenliste bestimmt schon längst entdeckt: für cremiges, wunderbar sämiges Kartoffelpüree verwendet man am besten mehligkochende Kartoffeln. Sie zerfallen nach dem Kochen beinahe von alleine, was den Aufwand beim Pürieren oder Stampfen klein hält. Aber – und da haben wir mal wieder unsere berühmte Ausnahme – wenn ihr euren Kartoffelstampf lieber mit kleinen feinen Stückchen mögt, dann verwendet ihr die Allzweckwaffe in Sachen Kartoffelgerichte: die vorwiegend festkochende Kartoffel.

Wer wissen möchte, welche Knolle für welches Rezept geeignet ist, liest unseren Artikel „Welche Kartoffel für welches Gericht?“ Hier findet ihr fast alle Antworten auf dringende Kartoffelfragen.

3. Muss ich die Kartoffeln vorher kochen?

Oh ja. Die Kartoffeln sollten vorab gekocht werden, sonst wäre das Stampfen viel zu mühselig. Dazu ein Tipp: je kleiner geschnitten, desto schneller sind die Kartoffeln gar. Es kommt also auf die vorherige Fleißarbeit an, wie schnell ihr an euren leckeren Kartoffelbei kommt. Das und mehr zu Garzeiten und den Eigenheiten der Kartoffelsorten verrät euch dieser grandiose Kartoffel-Ratgeber. Lest selbst!

Die Kartoffeln für das Püree eurer Wahl – mehlig- oder vorwiegend festkochend – schälen, waschen und in kleine oder grobe Stücke schneiden. In ausreichend kaltem Wasser mit einem TL Salz zum Kochen bringen und etwa 20 Minuten garen. Abschütten und dann geht’s ans Stampfen!

4. Wie bekomme ich die Kartoffeln klein? Kartoffelpresse, Kartoffelstampfer und Co.

Es gibt zahlreiche Küchenutensilien, mit denen Kartoffeln püriert oder zerdrückt werden können. Das Zerdrücken gelingt bei mehligkochenden Kartoffeln bereits mit dem Kochlöffel oder mit einer Gabel. Dazu braucht es jedoch etwas Geduld und kräftige Oberarme. Mit einem Kartoffelstampfer können die gekochten Kartoffeln leichter zerdrückt werden. Diese Variante ist nicht ganz so anstrengend und ihr bekommt ein schönes, rustikales Ergebnis. Rustikal, da der Kartoffelstampfer wunderbar für Kartoffelpürees mit Stückchen geeignet ist. Merke: je länger ihr stampft, desto feiner wird das Püree.

Für ein ebenmäßigeres Ergebnis nehmt ihr am besten eine Kartoffelpresse oder eine Passiermühle. Bei beiden ist das Prinzip wie folgt: die Kartoffeln werden durch kleine Löcher zur gewünschten Konsistenz gequetscht. Dazu braucht es bei der Presse Hebelkraft und bei der Passiermühle dreht man an einer Kurbel. Wenn der Kartoffelbrei besonders fluffig sein soll, dann presst ihr ihn ruhig zweimal. Das Schöne an der Passiermühle ist, dass ihr die Kartoffeln noch nicht einmal vorher pellen müsst. Die Schale bleibt einfach in der Mühle zurück. Nice!

5. Kleister-Alarm: Warum ist mein Kartoffelpüree so klebrig und zäh?

Jetzt ist es passiert. Ihr wolltet es euch einfach machen und habt zum Pürierstab gegriffen? Das Ergebnis ist eine unschöne zähe, klebrige Masse und hat kaum bis gar keine Ähnlichkeit mit schönem fluffigen Püree. Tja, da hat die Stärke in der Kartoffel zugeschlagen: ihr habt im Prinzip Kleister hergestellt. Durch die scharfen Klingen des Pürierstabs werden die Stärkemoleküle in den Kartoffeln zu stark zerkleinert, sodass sie in Verbindung mit der austretenden Flüssigkeit der Kartoffeln zu Kleister und damit zu einem klebrigen Pamp werden. Denselben Effekt hat das Zerkleinern mit einer Küchenmaschine. Die Lösung: Handarbeit – aber es lohnt sich.

6. Kann ich klebriges Kartoffelpüree retten?

Jein. Es kursieren zahlreiche Tipps im Netz, wie ihr missratenes Kartoffelpüree vermeintlich retten könnt. Die einen sagen, egal was, bei leimigem Kartoffelbrei ist nichts mehr zu machen. Die anderen hingegen haben sich kreative Lösungen einfallen lassen, sodass kein Brei mehr in den Müll wandern muss. Schaut euch die Vorschläge an, vielleicht ist eine tolle Idee für euch dabei, die aus eurem Pamp wieder genießbares Püree macht – die Hauptsache ist doch, dass es am Ende schmeckt.

Hier eine kleine Auswahl an Lösungen, wie ihr euer Püree retten könnt. Viel Erfolg!

  • Mischt frisch gekochte und pürierte Kartoffeln unter die klebrige Masse, bis ihr die gewünschte fluffige Konsistenz erreicht.
  • Versucht mit der Zugabe von etwas Flüssigkeit wie Milch, das Püree wieder etwas cremiger zu bekommen.
  • Macht was ganz anderes daraus. Zum Beispiel ein Gratin mit Käse überbacken. Schichtet erst etwas Kartoffelbrei, dann eine Schicht Käse, dann wieder Kartoffelbrei und wieder Käse in eine Auflaufform und ab in den Backofen. Bei 180 °C Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene in den Backofen, bis der Käse verlaufen und das Gratin goldbraun ist.
  • Macht Kartoffelsuppe daraus. Gebt je nach Menge des Pürees ungefähr die Hälfte an Gemüsebrühe hinzu. Tastet euch am besten langsam an die für euch passendste Konsistenz heran. Würzt mit frischen Kräutern, Salz und Pfeffer, schnippelt noch eine Zwiebel hinein und lasst die Suppe schön aufkochen. Zum Schluss eine Einlage nach Wahl wie Wiener Würstchen oder Backerbsen dazugeben und schon ist aus einem Malheur ein wunderbares Essen geworden. Lasst es euch schmecken!
  • Da geht bestimmt noch mehr. Viel Spaß beim Experimentieren!

7. Butter schmelzen oder nicht?

Sollte man die Butter geschmolzen ins Püree geben oder sind Stücke oder Würfel die bessere Wahl? Die einfache Antwort ist: es geht beides und geschmacklich macht das keinen Unterschied. Das Schmelzen ist wohl eher dem Kraftaufwand geschuldet, mit dem man gestückelte Butter unter das Püree heben oder sie hineinstampfen muss. Ist die Butter geschmolzen, lässt sie sich leichter unter das Püree mischen. Ihr erwärmt je nach Rezept zum Beispiel erst die Milch und lasst anschließend die Butter in der Milch schmelzen. Oder ihr zerlasst die Butter in einem Topf oder in einem mikrowellengeeigneten Gefäß in der Mikrowelle. Wer feine Butterflöckchen im Püree mag, der würfelt sie – es gibt nichts Besseres!

8. Veganes Kartoffelpüree ohne Butter und Milch

Für alle Veganer und Fans von tierfreier Ernährung: Kartoffelbrei ist vegan ein absoluter Traum! Ersetzt die tierischen Produkte einfach durch pflanzliche Alternativen: Milch beispielsweise durch Soja- oder Kokosdrink, Butter durch Margarine, pflanzliche Butter oder Öl und Sahne durch Pflanzensahne. Das Schöne daran ist: veganer Kartoffelstampf steht der Variante mit Butter und/oder Milch und Sahne in nichts nach.  

Klar geht es auch ganz ohne: verwendet Gemüsebrühe, Senf, Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie und verleiht so eurem Püree eine ordentliche Portion Geschmack, ganz nach Lust und Laune. Die restlichen Zutaten bleiben wie gehabt: Salz, Pfeffer, Muskatnuss und eben Kartoffeln. Yummy!

9. Kartoffelpüree easy peasy pimpen: Stichwort Gemüse

Wo wir schon beim Herumprobieren sind: arbeitet unbedingt einmal verschiedene Gemüsesorten in euren Kartoffelstampf ein. Das ergibt zahlreiche leckere Varianten wie Kartoffel-Sellerie-Püree, Kartoffel-Pastinaken-Brei, Kartoffel-Karotten-Stampf, Kartoffelbrei mit Erbsen, Kartoffelbrei aus lila Kartoffeln mit Roter Bete und und und. Da ist kein Ende in Sicht. Merke für eure Versuchsküche: Wurzel- und Knollengemüse kommen gemeinsam oft super schmackhaft daher, also kombiniert hier fleißig drauf los.

10. Kartoffelbrei wieder aufwärmen? Ab in die Pfanne!

Kartoffelbrei vom Vortag wieder aufwärmen, ist leicht gemacht. Das Aufwärmen klappt in der Mikrowelle oder im Topf. Gebt einen Schluck Milch in den Brei und wärmt ihn am besten in mehreren Schritten in der Mikrowelle oder langsam im Topf auf. In der Mikrowelle prüft ihr nach wenigen Minuten, ob der Brei feucht genug ist. Bei Bedarf gebt ihr noch etwas Milch dazu. Denkt beim Aufwärmen im Topf unbedingt ans Umrühren. Kartoffelbrei brennt schneller an, als ihr gucken könnt.

Selbst in der Pfanne könnt ihr Kartoffelpüree mit einem Klecks Butter oder Öl anbraten. Drückt das Püree dabei immer mal wieder flach, damit die Hitze schneller durchdringen kann und schon habt ihr ein wunderbar aufgewärmtes Kartoffelpüree.

11. Wie lange ist Kartoffelbrei haltbar?

Kartoffelbrei ist bis zu drei Tage im Kühlschrank haltbar. Die Reste abgekühlt nach dem Kochen in ein luftdichtabgeschlossenes Gefäß füllen und direkt kalt stellen. Ihr könnt das Püree auch ohne Weiteres einfrieren – Kartoffelbrei aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln lässt sich besser einfrieren, da diese nicht so viel Wasser ziehen, wie mehligkochende Kartoffeln. Kartoffelbrei kann so mehrere Wochen aufbewahrt werden. In einer Tüte flach gedrückt oder in einem flachen Behälter, der luftdicht abschließt, friert der Brei schnell durch. Bei einer großen Menge teilt ihr das Kartoffelpüree zuvor in kleine Portionen auf – das beschleunigt später das Auftauen.

12. Was ich ich zu Kartoffelpüree? Unsere top Rezepte

Ist euer Kartoffelpüree nicht der Star auf eurem Teller, sondern darf die schmackhafte Nebenrolle spielen, kommt die Frage nach der richtigen Begleitung auf. Unsere Rezeptsammlung zeigt euch, wie vielseitig Kartoffelbrei zubereitet werden kann. Es passt Fisch, es passt Fleisch, es passt Gemüse, schaut selbst: unsere besten Kartoffelpüree-Rezepte!

Kartoffelpüree-Muffins mit Bergkäse

Immer nur Kartoffelbrei als Klecks auf eurem Teller findet ihr zu langweilig? Backt ihn! Als Muffins überbacken mit Bergkäse kommt euer Brei wieder ganz groß raus.

Zum Rezept: Kartoffelpüree-Muffins mit Bergkäse

Causa Rellena – Peruanisches Kartoffelpüree mit Thunfischcreme

Causa Rellena: In dieser Peruanischen Variante werden zum Kartoffelpüree eine würzige Thunfischcreme, Tomaten, Avocado und Eier serviert. Praktisch als Torte geformt, kommt so jeder Stück für Stück auf seine Geschmackskosten. Buen provecho!

Zum Rezept: Causa Rellena – Peruanisches Kartoffelpüree mit Thunfischcreme

Rotes Kartoffelpüree und Senf-Eier

Die Kombination von Kartoffelpüree mit Ei ist ein allseits beliebter Klassiker und gewinnt immer. Diesmal dürfen es zum Püree Senf-Eier sein. Um noch mehr Farbe auf den Teller zu bringen, verfeinern wir unser Püree außerdem mit Roter Bete.

Zum Rezept: Rotes Kartoffelpüree und Senf-Eier

Kartoffelpüree mit grünem Spargel, Prosciutto und Parmesan

Die beste Freundin des Spargels ist die Kartoffel. Warum also nicht auch mal wunderbar cremigen Kartoffelstampf zum Spargel genießen. Raffiniert kombiniert mit Prosciutto und Parmesan. So geht lecker!

Zum Rezept: Kartoffelpüree mit grünem Spargel, Prosciutto und Parmesan

Kartoffelbrei-Bowl mit grünem Spargel und Champignons

Und weil es so schön war, legen wir noch eine Schippe Spargel drauf: mit unserer Kartoffelbrei-Bowl. Die schmeckt besonders nahrhaft und gut mit Spiegelei, Champignons, grünem Spargel und Sesam.

Zum Rezept: Kartoffelbrei-Bowl mit grünem Spargel und Champignons

Lustige Kartoffelbrei-Eulen

Wenn’s mal wieder was Schönes für die Kleinen sein darf, haben wir hier die ultimative Kartoffelbrei-Variante. Lustige Eulen mit Mozzarella, Gurken, Paprika und noch mehr Gemüse, wer mag. Da kann kein Kind widerstehen!

Zum Rezept: Lustige Kartoffelbrei-Eulen

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