Einkochen, Einwecken: Salzkartoffeln, Kartoffelsuppe und -salat haltbar machen

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17. Oktober 2019

Einkochen – nur was für alte Leute, oder? Stimmt nicht! Denn: Wer heute einkocht, spart morgen Zeit! Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat, Kartoffelkuchen und Kartoffelbrot – all das kann man einwecken und ohne große Küche, Tiefkühlfach, Kühlschrank und Konservierungsstoffe haltbar machen! Einkochen ist zudem eine tolle Möglichkeit langweilige und graue Oktobernachmittage zu verbringen und Reste zu verwerten. Also in Zeiten von Zero Waste und Lebensmittelverschwendung vorbeugen absolut im Trend. Juhu!

Equipment

Einmachgläser
Topf
Löffel, Trichter oder Spritzbeutel zum Befüllen der Gläser
Zange o. ä., um die Einmachgläser aus dem Wasser zu heben
saubere Hände und gereinigte Arbeitsplatte
Backblech (optional)
sauberes Geschirrtuch
Ofenhandschuhe
Etiketten und Stift
Lagerplatz
etwas Zeit

Einmachgläser sterilisieren: So geht’s!

Damit das Eingekochte haltbar bleibt, nutzt unbeschädigte und saubere Einmachgläser und niemals rostige Deckel. Nach dem Abwaschen „sterilisiert“ ihr die Gläser in dem ihr sie circa eine Minute (die Deckel circa fünf Minuten) in einen Topf mit kochendem Wasser legt. Dann auf einem sauberen Geschirrtuch abtropfen lassen.

Alternativ bringt’s auch die Einmachgläser und Deckel bei 150 °C im Ofen bei 150 °C fünf Minuten backen.

Salzkartoffeln und Pellkartoffeln einkochen

Egal ob ihr Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln einkocht: Mit der richtigen Technik und Lagerung sind sie bis zu mehreren Jahren haltbar. Wascht die Knollen gründlich. Für Pellkartoffeln möglichst kleine Exemplare nehmen. Für die Salzkartoffeln ist die Größe egal, so lange ihr sie nach dem Waschen schält und in möglichst gleich große Stücke schneidet. Den Ofen auf 170 °C vorheizen. Für eingeweckte Salzkartoffeln bzw. Pellkartoffeln einen Topf mit Wasser und etwas Salz aufsetzen und die Kartoffeln halbgar kochen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln bzw. Kartoffelstücke in saubere Einmachgläser füllen. Achtet darauf, dass der Glasrand sauber bleibt. In einem zweiten Topf Salzwasser kochen und die Kartoffeln in den Einmachgläsern damit bedecken. Die Einmachgläser schließen und (wie weiter unten beschrieben) einkochen.

Die Einmachgläser lagern am liebsten im Keller. Schraubt sie bei Bedarf auf und verarbeitet die Kartoffeln weiter, beispielsweise zu Salzkartoffeln mit Petersilie, Papas Arugadas mit Mojo Verde oder Kartoffelpüree.

Eingekochte Salzkartoffeln Pellkartoffeln 10 2019

Kartoffelsalat und Kartoffelsuppe aus dem Einmachglas

Die Haltbarkeit von eingekochtem Kartoffelsalat und eingeweckter Kartoffelsuppe ist mit fünf bis sechs Monaten kürzer als die von Salz- und Pellkartoffeln. Vegane Kartoffelsuppen mit Kokosmilch, mit Speck, Linsensuppe mit Kartoffeln oder pürierte Kartoffelsuppe mit Gemüse sowie schwäbischer Kartoffelsalat eignen sich zum Einwecken, da sie weder Mehl/zusätzliche Stärke noch Milchprodukte enthalten. Wichtig: Würzt Kartoffelsuppe und Kartoffelsalat großzügig, da beim Einkochen bzw. der Lagerung die Aromen leiden können.

Kartoffelkuchen und Kartoffelbrot einwecken

Eingemachter Kartoffelkuchen bzw. Kartoffelbrot aus dem Einmachglas halten in der Regel ca. drei Monate. Füllt den Teig (z. B. einen simplen Rühr- oder Hefeteig, wie Kartoffelbrownies) ins Einmachglas bis zur Hälfte und backt es dann (ohne Deckel) im Ofen. Verschließt im Anschluss das Glas. Gerade bei Kuchen und Brot ist eine saubere Arbeitsweise wichtig, haltet daher den Teig vom Glasrand fern und nutzt einen Trichter oder einen Spritzbeutel.

Zwei Möglichkeiten, ein Ergebnis: Einkochen im Ofen vs. Einwecken im Glas

Eure Einmachgläser sind bestückt – jetzt geht’s weiter, und zwar entweder im Ofen oder in einem großen Topf mit heißem Wasser!

Einkochen im Backofen

Die gefüllten Einmachgläser auf ein Backblech legen, auf dem etwas Wasser und ein feuchtes, sauberes Geschirrtuch liegen. Das Geschirrtuch hindert die Einmachgläser am Klappern. Das Backblech in den Ofen stellen, auf 130 °C runterheizen und nun ca. 90 Minuten lang einkochen. Die Einmachgläser aus dem Ofen nehmen, gut abkühlen lassen, tragt den Inhalt und das Einkochdatum auf einem Label auf, klebt es auf das Glas und lagert es ein.

Einkochen im Topf

Die Gläser könnt ihr alternativ im Einkochautomaten sowie in einem Topf, mit kochendem Wasser einkochen bzw. einwecken. Auch in diesem Fall braucht ihr ein Geschirrtuch. Dieses legt ihr unten in den Topf, damit die Einmachgläser nicht direkt mit dem Topfboden in Berührung kommen. Hier dauert das Einkochen ebenfalls 90 Minuten –die magische Grenze um alle ggf. noch im Glas vorhandenen Keime abzutöten. Bei etwas leichterem Inhalt, kann es sein, dass die Gläser im Wasser herumschwimmen wollen. Beschwert sie dann mit einem kleinen Topfdeckel oder einer schweren Tasse.

Wie erkenne ich, ob das Eingemachte noch gut ist?

Zugegeben: Unsere Ur-Großeltern wussten mehr über das Einwecken von Kartoffeln als wir. Schon damals galt, dass wenn das Wasser um die Salzkartoffeln trübe war, der Deckel beim Öffnen nicht klickte oder der Inhalt des Einmachglases seltsam roch, man lieber die Finger davon lies. Checkt daher immer, ob der Deckel das Vakuum gehalten hat und wie Euer Eingewecktes aussieht und riecht, dann könnt ihr nicht viel falsch machen!

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